Unsere Geschichte

Germania ist jung geblieben, so jung wie seine 7 Gründer am 8.August 1909 in der Gastwirtschaft Rehberg an der Tränke. Sie waren nicht einmal 18 und brauchten deshalb einen ihrer Väter, damit die Vereinsgründung wirksam wurde.

Gründerteam

Gründerteam

Vor dem 1. Weltkrieg

Rasch wuchs die Zahl der Mitglieder. Auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes und späteren amerikanischen Hubschrauberlandeplatzes bei Sickels lag das erste Sportgelände, auf das Torpfosten, Eck- und Seitenfähnchen aus der Stadt mitgebracht wurden und eine Schnur die Querlatte ersetzte. Die Fußbälle bezog man aus Berlin, in Fulda gab es noch keine. 1910 traten die Germanen dem Westdeutschen Spielverband bei und errangen dreimal hintereinander den Gruppensieg in der B-Klasse, einen Aufstieg gab es damals noch nicht. Vom Sickelser Exerzierplatz wurde das Spielgelände auf die Klosterwiese bei Neuenberg, dem heutigen Bonifatiushausareal, verlegt. Kurz nach Beginn der Spielrunde im Sommer 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Die meisten Mitglieder wurden zum Kriegsdienst einberufen und der Spielbetrieb bis zum Kriegsende eingestellt.

Nachkriegs- und Inflationszeit

Mit einer Wiedersehensfeier im Februar 1919 trat Germania wieder an die Öffentlichkeit. Gespielt wurde jetzt auf dem Sportplatz Bleiche,- dort wo heute die Aueweiher sind-, in der A-Klasse des Westdeutschen Spielverbandes. Überschwemmungen machten den Platz oft unbespielbar. Deshalb wurde 1920 ein neuer Sportplatz gebaut: der “alte” Waldheim bei Neuenberg, auf dem späteren Gartenschaugelände. Dieser wurde mit einem Spiel gegen den deutschen Meister 1.FC Nürnberg eingeweiht. Der VfR und Helvetia schlossen sich Germania an.
Die Inflation trieb seltsame Blüten:
Monatsbeiträge 1923: Oktober 15 Millionen, November 40 Pfennige

Gauligazeit

1926 wurde der Sportplatz Waldheim bei Neuenberg überschwemmt und zerstört. Germania ging erneut an den Sportplatzbau. Neben der Johannisau entstand der “neue” Waldheim, dort wo heute das Stadion der Stadt Fulda steht. Er wurde 1927 eingeweiht, 1928 verbessert und 1929 mit einer Tribüne versehen.
In den zwanziger und dreißiger Jahren gab es auch bemerkenswerte Freundschaftsspiele u.a. gegen 1.FC Nürnberg, VfR Fürth, Wacker 01 Gotha und Wycombe Wanderers aus England. Man wurde auch von Trainern aus Ungarn und England trainiert.
Im Jahre 1934 stieg man in die Gauliga, der damals höchsten Spielklasse, auf und spielte dort vier Jahre. Dort belegte man die Plätze 5 , 4 , 7 und 9 welches den Abstieg aus der Gauliga bedeutete.

In der “Ewigen Tabelle des deutschen Fussballs (1933-2007) belegt der “Fuldaer SV Germania” damit den 258 Rang mit 69 Punkten und 108-136 Toren bei 72 Spielen.
In der Saison 1935 erreichte man im erstmals ausgetragenen Tschammer-Pokal (damaliger DFB Pokal an dem 4100 Mannschaften teilnahmen) die erste Schlussrunde (letzen 64), wo man am Sonntag den 01.09.1935 dem heutigen Zweitligisten SpVgg Fürth und damaligen Gaumeister in Fulda vor 2500 Zuschauern begrüssen durfte. Hier unterlag man klar mit 1:5 (0:4) Das Tor für Germania schoß Janda (87) mit einer direkt verwandelten Ecke.
Die nationalsozialistischen Machthaber machten dem Verein das Leben schwer. So kandidierte 1937 ein SA-Sturmführer als Vorsitzender, gewählt wurde jedoch ein bewährtes Germanenmitglied.

Unser Team in der Gauliga 1934/1935

Unser Team in der Gauliga 1935/1936

Unser Team in der Gauliga 1936/1937 (erstmals vor Borussia Fulda)

2. Weltkrieg

Der 2.Weltkrieg forderte seinen Tribut durch viele Einberufungen und 1940 wegen Spielermangel zurückgezogen werden. Bis 1943 vertraten noch eine Jugend- und eine Schülermannschaft die Farben des Vereins. Die Jugendlichen hielten mit einer kleinen Germanenzeitung Verbindung zu den Senioren an der Front. Sie waren weitgehend auf sich gestellt, nur zwei treue alte Germanen standen ihnen bei.

Es kam noch schlimmer: das Gelände des Sportplatzes Waldheim ging ohne Wissen des Vereins an einen neuen Eigentümer über, der den jungen Germanen die Benutzung verbot. Am 12.09.1944 schließlich wurde der gesamte Sportplatz mit Tribüne und kleiner Gaststätte durch einen Luftangriff zerstört, nur das Umkleidehäuschen blieb übrig.

Neubeginn

Neubeginn war am 13.10.1945 mit der Neugründung. Der Versuch, den zerstörten Waldheim zu pachten, schlug fehl. Da auch kein anderer Standort zu finden war, wurde der Sportplatz Bleiche, – heute oberer Aueweiher-, und das Häuschen dort,- heute Heim des Schiffmodellclubs-, zum Umkleiden hergerichtet. Aber auch hier wieder die Überschwemmungen – unbespielbar.

Germania benutzte die Johannisau mit.

In der ersten Verbandsrunde 1946 erreichte man in der Nordhessenliga einen guten Mittelplatz, ebenso 1947/48 in der Landesliga Gruppe 3. In einem Freundschaftsspiel besiegte man die Oberligaelf
Schwaben Augsburg 3:1.

1949 wurde das 40jährige Stiftungsfest mit dem Noll-Enders-Gedächtnispokal, einem Gastspiel des damaligen süddeutschen Meisters Kickers Offenbach gegen eine Bezirksauswahl und einem Festball im alten Kolpinghaus gefeiert. In der damaligen Bezirksklasse endete zwar die Saison mit Tabellenplatz 2, aber der Aufstieg in die 1.Hessische Amateurliga über einen Bezirkspokalsieg und einem 3:0 gegen SG Höchst in Mühlheim geschafft. Dies wurde mit einem Fackelzug durch Fulda gefeiert.

Nur ein Jahr dauerte das Gastspiel in der 1. Hessenliga. 1952 folgte der Abstieg.

Unser Team in der 1. Hessenliga 1951/52 (Zweithöchste Spielklasse)

Im Jahr darauf wurde man Meister der 2. Amateurliga.
Der erneute Aufstieg wurde in einem Entscheidungsspiel in Friedberg verpasst. Danach zweimal, nämlich 1953-1955 , Rang 2 der Bezirksklasse, bis es 1956 endlich zur Meisterschaft reichte.

Die anschließende Aufstiegsrunde war ein Fußballkrimi, der mit einem in der Verlängerung verlorenen Entscheidungsspiel gegen Germania Marburg in Lauterbach endete.
1000 Germanenanhänger, größtenteils mit einem Sonderzug angereist, waren dabei.

In den nächsten 2 Spielserien reichte es nur zu Rang 4.

Zum 50jährigen Jubiläum wurde die Meisterschaft nur knapp verfehlt und der Sportplatz Gallasiniring wurde neue Heimat der Germanen.
Dieses Ereignis wurde mit einem Spiel gegen das Profiteam vom FC Hanau 93 gefeiert. Dort erreichte man ein respektables 2:6.

Zwei Jahre später gründete man zudem eine Tischtennisabteilung, die auch heute noch Bestand hat.

1972 stieg Germania aus der Bezirksklasse ab. Nach einem 5.Platz in der nächsten Serie wurde 1974 der Wiederaufstieg gefeiert. Germania stand wieder oben in der Bezirksklasse: 1975 auf Platz 2 und 1976, – als Borussia nach zweimaligem Abstieg Meister wurde -, auf Platz 3. Auch 1977 langte es nicht: im entscheidenden Spiel schoß ein vom Hessischen Spielverband zu Unrecht spielberechtigt erklärter Fliedener Spieler, das einzige Tor für Flieden…

Auch Folgejahre sahen Germania in der Spitzengruppe bis 1982 der Abstieg in die A-Klasse folgte. Ein düsteres Kapitel in der Vereinsgeschichte war der Boykott der fast gesamten ersten Mannschaft im November 1983, aber die “alte Garde” sorgte dafür, daß der Spielbetrieb fortgesetzt und der Abstieg vermieden wurde.

1989 war nicht nur das Jahr der deutschen Einheit, sondern auch das Jahr, in dem unser Vereinshaus erbaut wurde. Mit einem überragenden Anteil an Eigenleistungen entstand die Germanenklause. Sie ist heute Mittelpunkt des Vereinslebens.
Im selben Jahr stieg das Team in die Landesliga Nord (heute Verbandsliga) auf. Dort spielte man bis 2001.
Durch eine verfehlte Vereinspolitik ging es von nun an bergab bis in die B-Liga.
Dort spielte man 10 Jahre.
In der Saison 2106/17 stieg man unter Spielertrainer Hayrettin Yildiz wieder in die A- Liga auf.